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Kräftigt die Muskulatur des unteren Rückens: Die „Heuschrecke“ – hier mit Klangschale. (Bild: Abaton Vibra/Lotusherz)
Yoga in Stuttgart
Das Yogi-Gefühl
Es ist Donnerstagabend und acht Frauen im Alter von Anfang 20 bis Mitte 60, sitzen auf orangefarbenen Matten in einem Übungsraum. Der Raum ist groß, so dass alle Platz haben, um die Übungen auszuführen. Gleich zu Beginn wird reihum gefragt, welche Bereiche im Körper heute eine besondere Aufmerksamkeit benötigen. Genannt werden die Klassiker Rücken, Schulter, Nacken und der Kopf. „Etwas für den Kreislauf im Allgemeinen“, fügt die Jüngste hinzu. Rückenschmerzen und Kopfschmerzen waren auch der Grund, warum Christina Plate zum Yoga fand. Die Geschäftsführerin des Yoga- und Meditationszentrums war früher einmal Leiterin des Finanz- und Rechnungswesens in einem mittelständischen Konzern. Durch das Praktizieren von Yoga eröffnete sich ihr auch persönlich ein neuer Weg. Sie wollte mehr über Yoga erfahren und machte eine Ausbildung zur Yogalehrerin. Erst lehrte Sie in verschiedenen angemieteten Räumen in Stuttgart, bevor sie sich 2007 selbstständig machte.
Veränderungen auf körperlicher und geistiger Ebene
Generell hat sich der Glaube an eine gesundheitsfördernde Wirkung inzwischen so manifestiert, dass viele Krankenkassen Yoga-Kurse anbieten oder die Kosten übernehmen. Immerhin hat sich die ursprünglich eher geistige Lehre aus Indien mit verschiedenen Wandlungen bis heute durchgesetzt. Besonders populär wurde Yoga, als berühmte Hollywoodstars begannen, es zu praktizieren. Gerade in den letzten Jahren entstanden immer neue Richtungen. Von Power-Yoga, einer körperbetonten Art mit schwierigen Übungen in rascher Folge, bis hin zu Bikram-Yoga. Hier werden in einem sehr heißen Raum mit zirka 35 bis 40 Grad Celsius Übungen durchgeführt. Durch das Schwitzen soll die Entgiftung des Körpers angeregt und eine optimalere Sicherheit für Muskeln und Bänder gewährleistet werden. Das heute am weitesten verbreitete Hatha- Yoga will ein Gleichgewicht zwischen Körper und Geist herstellen.Mehr Lebensenergie
Für Christina Plate ist ein gesunder Körper die Grundlage für die volle Entwicklung eines Menschen. Erst gilt es, ein Bewusstsein für den eigenen Körper zu entwickeln, ihn zu kräftigen und in Harmonie zu bringen. Sie legt dabei fünf Pfeiler des Hatha-Yoga zugrunde: Die Übungen, die Atmung, die Ernährung, die Entspannung und die Meditation – alles muss stimmen. Bei den Yoga-Übungen können die sogenannten Asanas als einzelne Stellung gehalten werden oder auch fließend ineinander übergehen.Grüß mir die Sonne
Am bekanntesten ist hier der Sonnengruß. Mit den Asanas dehnt und streckt man Muskeln und Bänder, auch die Wirbelsäule und die Gelenke werden beweglich gehalten. Wichtig ist, dass alle Übungen immer mit besonderer Aufmerksamkeit auf den Atem erfolgen. Denn über die Atmung wird unser Körper mit lebensnotwendigem Sauerstoff versorgt. Im Alltag schenkt man dieser wichtigen Lebensfunktion kaum Beachtung. Die meisten Erwachsenen atmen eher flach und nicht wie Babys tief in den Bauch hinein. Im Yoga geht es darum, den Körper wieder mit Prana, der Lebensenergie, zu füllen. Zu sich finden Dass das Wissen um die Bedeutung der Atmung in unserer heutigen Gesellschaft grundsätzlich da ist, zeigt die Redewendung „erst einmal tief durchatmen“.
Tief durchatmen, bitte
Meist wird sie in Stresssituationen angewendet. Eine tiefe Atmung und die dadurch verbesserte Versorgung mit Sauerstoff soll uns in solchen Momenten zur Ruhe bringen. Sie hilft dabei, wieder zu sich zu kommen. Im Yoga sorgt die Kombination aus Asanas, Pranayama und Meditation für einen solchen Effekt. „Yoga ermöglicht die Einheit von Körper, Geist und Seele“, erklärt die Yoga-Lehrerin. Für sie geht es dabei auch darum, eigene Grenzen zu erkennen. Denn Yoga ist kein Sport, bei dem um die beste Haltung mit anderen gewetteifert werden soll. „Es geht nur darum, wie fühle ich mich, wie ist mein momentaner Zustand“, fügt sie hinzu. Man entwickelt ein besseres Bewusstsein für den eigenen Körper. Ein Gefühl für die eigenen Grenzen stellt sich ein. Und indem man für sich selbst besser Grenzen setzen kann, lässt sich auch der Alltag mit seinen Anforderungen besser bewerkstelligen – so die Theorie.
Positiv vom Kopf bis in die Zehen
Wer in seinem Alltag keine Gelegenheit findet, ein Yogastudio zu besuchen, hat seit einem Jahr die Möglichkeit online per Videoanleitung Yoga zu praktizieren. Online ist man weder zeitlich noch örtlich gebunden und kann sich die passende Übung per Klick aussuchen. Somit sind endgültig keine Ausreden mehr möglich. Auch wenn bei vielen Übungen der Körper knackt, als wohnte man in einem Gründerzeithaus mit original Dielenboden – es ist ein Zeichen, dass sich Leben darin befindet. Und Yoga weckt es. Positive Energie soll fließen. Durch den Körper und von Mensch zu Mensch.
Glück und Harmonie
Ein Sanskrit Mantra am Ende der Yoga- Stunde unterstützt den Prozess: „Loka samasta sukhino bhavantu“, singen alle, die schon länger an dem Kurs teilnehmen. Es bedeutet: „Mögen alle Wesen Glück und Harmonie erreichen“. Ein schöner Wunsch zum Abschluss des Tages. Man fühlt sich gut und ist motiviert wieder zu kommen. Silvana, eine Kursteilnehmerin, die an diesem Abend zum ersten Mal Yoga gemacht hat, sagt: „Ich habe mich davor wie eine Katze gefühlt, immer auf dem Sprung. Jetzt ist alles angenehm schwer.“ Ideale Voraussetzungen für eine erholsame Nacht. (SZ)
26.02.2011
(Ausgabe 26. Februar 2011)